Der Herbst zieht ein auf der fränkischen Trockenplatte, wie das Gebiet um Schweinfurt, eingeschlossen durch Rhön, Spessart und Steigerwald auch genannt wird und zu dem auch das Schweinfurter OberLand gehört.

Nach einem trockenen Jahr 2018 hat es 2019 auch viel zu wenig geregnet. Vor allem der Wald, aber auch die Landwirtschaft leidet sehr darunter, wie auf dem Titelbild unschwer zu erkennen ist. Vielleicht wird der Ellertshäuser See ja doch noch zur Bewässerung der Äcker gebraucht. Doch wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen, hoffen wir, dass der Regen noch kommt. Wenn das auch den vielen Veranstaltungen, die im Schweinfurter OberLand im Herbst ins Haus stehen, nicht zu wünschen ist. Wenn in der Herbstausgabe der Weihnachtsmarkt in Thundorf angekündigt wird, bin ich immer wieder entsetzt, dass das Jahr schon wieder seinem Ende entgegen geht. War nicht gerade erst Frühjahr?

Doch lesen Sie selbst, über Künstler, Büchereien, E-Ladesäulen, deutsch-französische Partnerschaft, Kulturtage und interkulturelle Tage, Volkstänzer, Friedrich Rückert, Zämata, Elli-Cup, Schwester Teresa, die Kirche von Theinfeld, den Sternwandertag am 27. Oktober, Stolpersteine in Poppenlauer, Interviews, Grundschüler, die sich mit der jüdischen Geschichte beschäftigen, die Klette, einen Naturkindergarten, Arbeitskreise des ILEK, Designern, ja auch die Dorfweihnacht und fränkische Kühe und deren Züchter.

Dass soviel überhaupt in ein Heft gepackt werden kann - man wundert sich immer wieder. Und dann gibt es auch noch die kleinen Beiträge, die schwer unterzubringen sind, wie der über das Tonwerk in Stadtlauringen. Die Sprengung des Schlotes hatten wir das vorletzte mal auf der Titelseite. Viele konnten damit nichts anfangen, was uns so gar nicht bewusst war, weil dieser Schlot eine Landmarke im nördlichen Schweinfurter OberLand war und wir voraussetzten, dass ihn jeder kennt. Dass es dort im Tonwerk auch lustig zuging, zeigt folgende Geschichte.

Unter der größeren Sammlung von „Feierabendziegeln“ im Heimatmuseum in Poppenlauer befindet sich auch eine Ziegel mit einem besonderen Text auf der Unterseite, aus dem ehemaligen Tonwerk Stadtlauringen. Da dieser Text ursprünglich in die Ziegelform eingeritzt wurde und die Ziegel dann in großer Stückzahl produziert wurden, müsste es eigentlich von dieser Ziegel viele geben?

Im Tonwerk geht’s gar kritisch zu
da zanken sich die Frauen
sie raufen bereits sich die Haar
und sogar will man sich hauen
aber es dauerte nicht lang
da waren sie wieder beisammen gesessen
wie Zigeuner und Scherenschleifer
das ist wunderlich gewesen.

Frau Almine E

 

Einen verregneten Herbst wünscht uns allen
RESI RUDOLPH

» 53. Ausgabe des Schweinfurter OberLandKuriers