Active Imageam 1. Mai 2008 bei den »Drei Jungfern«

Die Blaskapelle Üchtelhausen lädt alle Musikliebhaber, Wanderfreunde und Radler zum traditionellen Freilandkonzert ein, das in bewährter Weise auf dem Waldspielplatz „Drei Jungfern“ stattfindet. Angezapft wird um 10 Uhr, die Musik erklingt ab 12 Uhr. Auch die Jugendblaskapelle Üchtelhausen gibt sich ein musikalisches Stelldichein. Egal wie das Wetter an diesem Tag sein wird, die Blaskapelle tritt auf jeden Fall  in Aktion. Der idyllisch gelegene* Festplatz, zu dem schöne Wanderwege führen, zählt am 1. Mai zu den beliebtesten Ausflugszielen im Schweinfurter Oberland. Der erhoffte Erlös dient der Schülerund Jugendarbeit, die im Verein oberste Priorität einnimmt.

Eine optimale Ausbildung führt zu Freude und Selbstsicherheit beim Musizieren und so gelingt im Ensemble ein gutes Zusammenspiel. Außerdem wird bei den Auftritten Gemeinschaftssinn und Heimatverbundenheit vermittelt. 

Zum Stichwort „Heimat“ sei nebenbei bemerkt:
Wesentlich verknüpft mit der Blaskapelle Üchtelhausen ist der Begriff „Heimat“ in vielerlei Facetten.  Die Musikanten setzen sich nicht nur für die Volksmusik- und Brauchtumspflege ein, sondern sie vermitteln durch ihre Klänge gefühlsmäßige Heimatgedanken. Seit 1740 prägt die Üchtelhäuser Dorfmusik neben den staatlichen und kirchlichen Institutionen, als älteste Musikvereinigung das charakteristische Erscheinungsbild der örtlichen Gemeinde. Die einheitliche Kleidung, die die Musikanten zu ihren Auftritten tragen – es handelt sich um eine Nachbildung der Schweinfurter Gautracht – ist ein sichtbares Bekenntnis zur Heimat.

Am Waldrand befindet sich ein  steinernes Kreuz, das an die „Drei Jungfern“ erinnert. Was es damit auf sich hat, das hielt der frühere Kaplan Willibald Müller in einem Büchlein im Jahr 1944 fest. Diese Aufzeichnung hat damals die Schülerin Gertrud Niklaus (verheiratete  Pöhlmann, heute wohnhaft in Madenhausen) im Auftrag des Kaplans in schöner Handschrift mit folgendem Text ausgeführt:
Steinkreuz „An den Heiligen Aeckern“ droben bei den „drei Jungfern“ auf Zeller Gemarkung.

Droben an der Staatsstraße vor der Abzweigung der Straße nach  Uechtelhausen steht am Waldrand gegen Zell zu das Mordkreuz.  Die „Heiligen Aecker“ grenzen am Wald an. Es ist ein stark versunkenes Steinkreuz und von dichtem Unterholz umgeben, sodaß es nur schwer sichtbar ist. Der Sandstein des Kreuzes ist schon sehr stark verwittert. Von der Inschrift läßt sich noch entziffern:

Anno 1601
30. MARTII ..... ALHIR MARGARETE ......
(K)ÖNIGSHOFRN IEMERLIG .
ER(MOR)DET LIGT ZU SWEINFURT BEGRABEN.

Nach alter Überlieferung sind hier im Jahre 1601zwei Mädchen von Königs hofen ermordet worden.  Ein zweites Steinkreuz, das noch errichtet gewesen sein soll, ist nicht mehr vorhanden. Die alten Leute  im Dorf erzählen von drei „Jungfern“, die nach einem Tanz ver gnügen an dieser Stelle ermordet wurden. Die dort etwas ansteigende Staatsstraße wird heute noch  „Drei Jungfern“ genannt.     

Text und Foto: Heinrich Neugebauer